Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen

"Bilde dich selbst, und dann wirke auf andere durch das, was du bist." WILHELM VON HUMBOLDT

Nachlese zu 20 Jahre AUSLESE


28. Januar 2026  |  19.00 Uhr

In der Literaturreihe AUSLESE

Viktor Liebrenz, Aribert Rothe, Brigitte Schubert, Elke und Gerhard Wien stellen ausschnittsweise exemplarisch vor, was an literarischen und zeitgeschichtlichen Genres zur Sprache gekommen ist.

170. Auslese

1.  Hannah Arendt – Heinrich Blücher Briefe 1936 – 1968

Den Anfang machten diese Briefe zwischen Hannah Arendt, einer der bedeutendsten Denkerinnen des 20. Jhdt,, und ihrem Mann. Sie gehören zu den intimsten und offensten Gesprächen, die von zwei Liebenden dokumentiert sind.

2.  Theodor Fontane, Gedichte

3.  Günter Grass „Grimms Wörter. Eine Liebeserklärung“

Günter Grass schreibt über seine Liebe zum Deutschen Wörterbuch der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm ein recht heiteres Buch. Er erinnert, wie es zur Idee des Wörterbuches kam, und zugleich, dass er selbst sehr gerne zu den sprachkundigen Helfern der Autoren gehört hätte. Denn die Parallele zwischen den Grimms und ihm besteht in der großen Liebe zur deutschen Sprache. Auch wer über keine sprachgeschichtlichen Kenntnisse verfügt, wird beim Lesen Vergnügen haben. Wir finden nämlich zahlreiche Anekdoten und Episoden, die Grass in die Entstehungsgeschichte des Wörterbuchs hineinwebt. Dass Grass teils etwas selbstgefällig und rechthaberisch über sein eigenes Werk und Wirken fabuliert, kann den Leser ärgern, er kann aber auch gern darüber hinwegsehen. 

4.  „Kruso“ von Lutz Seiler

Inselabenteuer und Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft: der erste Roman von Lutz Seiler schlägt einen Bogen vom Sommer 89 bis in die Gegenwart. Die einzigartige Recherche, die diesem Buch zugrunde liegt, folgt den Spuren jener Menschen, die bei ihrer Flucht über die Ostsee verschollen sind, und führt uns dabei bis nach Kopenhagen, in die Katakomben der dänischen Staatspolizei. Als das Unglück geschieht, flieht Edgar Bendler aus seinem Leben. Er wird Abwäscher auf Hiddensee. Im Abwasch des Klausners, einer Kneipe hoch über dem Meer, lernt Ed Alexander Krusowitsch kennen – Kruso. Eine schwierige, zärtliche Freundschaft beginnt. Geheimer Motor dieser Gemeinschaft ist Krusos Utopie, die verspricht, jeden Schiffbrüchigen des Landes (und des Lebens) in drei Nächten zu den Wurzeln der Freiheit zu führen. Doch der Herbst 1989 erschüttert die Insel Hiddensee. Am Ende steht ein Kampf auf Leben und Tod – und ein Versprechen. (nach: Suhrkamp-Verlag)

5. György Dalos „Proletarier aller Länder, entschuldigt mich! Das Ende des Ostblockwitzes“

Strafe muss sein. Da sich für diesen Sommerabend kein/e ernsthaft Referierende/r gefunden hat, laden wir zu einem witzigen Bierabend ein. Den Auftakt gibt eine Lesung aus György Dalos’ Büchlein „Proletarier aller Länder, entschuldigt mich! Das Ende des Ostblockwitzes“ – einer geistreich vergleichenden Zusammenschau widerständigen Humors aus den Bruderstaaten. Dalos (Jg. 1943), ungarischer oppositioneller Literat jüdischer Herkunft, lebt als Mitherausgeber des „Freitag“ in Berlin.      

6. Christoph Ransmayr „Atlas eines ängstlichen Mannes“

Der Autor gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Vertretern postmodernen Erzählens, der es in „Atlas eines ängstlichen Mannes“ (2012) verstanden hat, „realistische Details mit phantastischen Transformationen und intertextuellen Bezügen zu kombinieren“. Die Episoden seiner Erzählungen thematisieren insbesondere Schrecksekunden, Erleuchtungen, Begräbnisse, Höhlenbegebnisse, astronomische Phänomene, Religiöses, Schicksale von Außenseitern und von politisch Verfolgten. Mit „Atlas“ stellt der Autor den Bezug zu 40 Jahren Reiseerfahrungen her.

7. Ingo Schulze “Adam und Evelyn" (Aribert Rothe)

Spätsommer 1989. Ferien am Balaton – plötzlich öffnet Ungarn die Grenze, und der verbotene Westen mit all seinen Verlockungen ist zum Greifen nah. In dieser Situation entdeckt Ingo Schulze den Mythos von Adam und Eva. Entstanden ist eine große Tragikomödie über Verbot und Erkenntnis und die Suche nach dem wahren Paradies. Mit seinem vieldeutigen Begriff vom Sündenfall hat Schulze eine Chiffre für den Eintritt in unsere heutige Welt gefunden. Ingo Schulze, geb. 1962 in Dresden, studierte klassische Philologie in Jena; Dramaturg und Journalist in Altenburg, seit 1993 in Berlin; Mitglied AdK und Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung; mehrere Bestseller und Preise.

Die Reihe steht im Zusammenhang der Evangelischen Stadtakademie »MEISTER ECKHART« Erfurt (EEBT)

Aribert Rothe

Dr. Aribert Rothe

Pfarrer i.R. und ehemaliger Leiter der EEBT-Stadtakademie "Meister Eckhart" in Erfurt

Referenten: Viktor Liebrenz, Aribert Rothe, Brigitte Schubert, Elke und Gerhard Wien

Wann? Donnerstag, 28. Januar, 19 Uhr

Wo? Erfurt, Michaelisstraße 9, "Goldener Schwan", Kaminzimmer

Eintritt frei

Wer mag, kann bereits ab 18 Uhr angenehm zu Abend essen.

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