Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen

"Bilde dich selbst, und dann wirke auf andere durch das, was du bist." WILHELM VON HUMBOLDT

Neujahrsgrüße & Vorausblick: 20 Jahre AUSLESE


Aufruf zur Jubiläumsveranstaltung am
28. Januar 2026 in Erfurt

Liebe AUSLESERINNEN + AUSLESER,

ich wünsche Ihnen, auch im Namen des gesamten Teams der Evangelischen Erwachsenenbildung Thüringen, ein gesegnetes Neues Jahr! Und wie neu wird es werden? Wieviel Neuigkeiten können wir überhaupt vertragen?

Dazu ein paar Gedanken: Die Kirchen haben 2026 unter das biblische Motto gestellt: "Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!" 

Alles Neue ist besser als alles Alte, meinte vormals noch der Dichter Bert Brecht, optimistisch vom Fortschrittsglauben beseelt. Diese Annahme gilt längst nicht mehr so selbstverständlich und allgemein. Hat nicht eher sein bitterer Kollege Ambrose Bierce recht, der schon viel früher schrieb:

"Es gibt nichts Neues unter der Sonne, aber es gibt eine Menge alter Sachen, die wir nicht wissen."

Alles neu? Wer möchte denn nochmals sein Leben neu von vorn beginnen?

Ein Freund schreibt dazu: Schließlich feiern wir jedes Jahr unseren Geburtstag und freuen uns, wieder ein Jahr erlebt zu haben. Da können wir von Problemen, Sorgen und Ängsten erzählen, aber auch von wunderbaren Überraschungen und Begegnungen.  Vieles müssen wir allein regeln und verantworten, aber viel mehr ist uns ohne Zutun gegeben. Ist nicht das Leben ein Geschenk Gottes und jeder neue Mensch, jedes neue Lebewesen ein Wunder? Ein inneres Wunder ist es, wenn Freude, Liebe, Hoffnung und Glaube nicht altern, wenn auch die Haut faltiger wird. Und ein großes Wunder ist auch, dass es unsere einzigartige Erde noch immer gibt, obgleich sich viele Menschen durch Rücksichtslosigkeit, Arroganz und Gier daran machen, sie zu zerstören.

Diese Jahreslosung für 2026 stammt ja aus dem letzten Buch der Bibel, der sogenannten Offenbarung des Johannes oder auch Apokalypse des Johannes genannt. Sie geht auf einen Schriftsteller Johannes zurück, der den schwierigen Text während seiner Verbannung auf der Insel Patmos verfasste. Im Römischen Reich wurden damals die Christen verfolgt und erlitten Tod und Teufel. Seine Offenbarung wurde später häufig nur als Katastrophenbericht verstanden, zumal darin viele krasse Symbole und Visionen vorkommen, die eher pessimistisch stimmen. Doch wollte Johannes vielmehr in schlimmer Zeit trösten und Hoffnung machen. Die Zusage "Siehe, ich mache alles neu!" steht erst im vorletzten Kapitel. Hier beschreibt Johannes in einer Vision, wie Himmel und Erde neu geschaffen werden:

"Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein".

Er stellt eine Stadt vor Augen, die Schutz bietet und in die nichts Unreines hineinkommt. Denn in dieser neuen Welt sollen die Menschen ganz nah bei Gott wohnen. Johannes schildert eine komplette Verwandlung. Mehr geht nicht, als sich vorzustellen: Die alte Welt mit all dem Unrecht, der Einsamkeit, der Gewalt wird überwunden.

Dieses verheißungsvolle Zukunftsbild will vor allem Zuversicht eröffnen. Es ist gültig aufbewahrt in der Heiligen Schrift und möchte daran erinnern, dass Gott Erneuerung und Veränderung schenkt. Wer darauf vertraut, geht gefasster seinen Weg und lässt sich von den bösen Zeichen der Zeit nicht verschrecken. Wir haben es nötig.

Es grüßt Sie und Euch herzlich

Aribert Rothe und das Team der EEBT

Anlässlich des bevorstehenden AUSLESE-Jubiläums hat Viktor Liebrenz eine feine Idee: Zum Jahresauftakt am 28. Januar 2026 möchten wir ca. 4 Buchvorstellungen der vergangenen Jahre herausgreifen und noch einmal genießen. Dafür freuen wir uns auf Vorschläge! Und wer hat selbst Lust dazu? Im hier eingestellten PDF-Dokument ist unsere Jahres-Chronik, aus der ausgewählt werden kann. Ihre Vorschläge mailen Sie gerne an: j.herz@eebt.de

Wir freuen uns auf einen wundervollen Abend am 28. Januar 2026 in Erfurt. 

 

Aribert Rothe

Dr. Aribert Rothe

Pfarrer i.R. und ehemaliger Leiter der EEBT-Stadtakademie "Meister Eckhart" in Erfurt

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