"Bilde dich selbst, und dann wirke auf andere durch das, was du bist." WILHELM VON HUMBOLDT
In der Jahresreihe KRIEG UND PSYCHE
Bereits seit dem 18.Jahrhundert gab es Versuche, Elektrizität im medizinischen Bereich therapeutisch anzuwenden, seit dem späten 19. Jahrhundert mehrere Lehrbücher der Elektrotherapie. Am Ende des ersten Weltkrieges gab es vielerorts Versuche, diese Methoden bei der Behandlung von Kriegszitterern anzuwenden. Von Sigmund Freud stammt die Formulierung, die Psychiater seien hier „die Maschinengewehre hinter der Front“ gewesen, die die Patienten nur zurück in den Krieg haben schicken wollen und für Simulanten hielten. In Wien gab es nach dem ersten Weltkrieg einen Gerichtsprozess anlässlich der unmenschlichen Behandlung, bei dem vieles zu Tage trat. Sigmund Freud trat hier als Gutachter auf, aber auch sein Kommilitone, der spätere Medizinnobelpreisträger Wagner-Jauregg wurde einvernommen. In der Fernsehserie „Babylon Berlin“ wird an diese Verfahrensweise erinnert. In dem Vortrag geht es um die Hintergründe und Details dieser verstörenden Praxis.
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Referent: Dr. Matthias John (Psychologie-Historiker Jena)
Wann? Dienstag, 29. September, 18 Uhr
Wo? Altenburg, Klinik für Psychiatrie Altenburg, Zeitzer Str. 28