Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen

"Bilde dich selbst, und dann wirke auf andere durch das, was du bist." WILHELM VON HUMBOLDT

Die elektrotherapeutische Behandlung der "Kriegsneurotiker" und "Zitterer" im Ersten Weltkrieg


29. September 2026  |  18.00 bis 19.00 Uhr

In der Jahresreihe KRIEG UND PSYCHE

Bereits seit dem 18.Jahrhundert gab es Versuche, Elektrizität im medizinischen Bereich therapeutisch anzuwenden, seit dem späten 19. Jahrhundert mehrere Lehrbücher der Elektrotherapie. Am Ende des ersten Weltkrieges gab es vielerorts Versuche, diese Methoden bei der Behandlung von Kriegszitterern anzuwenden. Von Sigmund Freud stammt die Formulierung, die Psychiater seien hier „die Maschinengewehre hinter der Front“ gewesen, die die Patienten nur zurück in den Krieg haben schicken wollen und für Simulanten hielten. In Wien gab es nach dem ersten Weltkrieg einen Gerichtsprozess anlässlich der unmenschlichen Behandlung, bei dem vieles zu Tage trat. Sigmund Freud trat hier als Gutachter auf, aber auch sein Kommilitone, der spätere Medizinnobelpreisträger Wagner-Jauregg wurde einvernommen. In der Fernsehserie „Babylon Berlin“ wird an diese Verfahrensweise erinnert. In dem Vortrag geht es um die Hintergründe und Details dieser verstörenden Praxis.

Pfarrer Dr. Frank Hiddemannn

Pfarrer Dr. Frank Hiddemann

Fon 0365 2051 9803
Mobil 0172 427 33 07 
frank.hiddemann@ekmd.de

Referent: Dr. Matthias John (Psychologie-Historiker Jena)

Wann? Dienstag, 29. September, 18 Uhr

Wo? Altenburg, Klinik für Psychiatrie Altenburg, Zeitzer Str. 28

Reihe: Migration in Gera 2026
© Gino Dambrowski