"Bilde dich selbst, und dann wirke auf andere durch das, was du bist." WILHELM VON HUMBOLDT
Kantor Martin Hesse (Gera) in der AKADEMIE AM VORMITTAG
Mitten im 30jährigen Krieg sorgte sich Fürst Heinrich um seinen Tod. Sein Vater war schon vor seiner Geburt verstorben. Deswegen wurde er auch Heinrich Posthumus genannt. Vielleicht beschäftigte ihn deshalb der Tod ein Leben lang. Als braver Protestant kam er auf die Idee, in der Bibel zu lesen. Was durfte er hoffen? Was wurde ihm in der Schrift versprochen? Als es um seinen Sarg ging – auch um den sorgte er sich, während er noch lebte -, hatte er noch eine Idee. Alle Bibelstellen, auf die er seine Hoffnung stützte, sollte auf seinem Sarkophag stehen. Der sollte aus Metall sein (Kupferblech), und alle sollten lesen können, dass ihm (und uns) das ewige Leben verheißen war. Der Sarg als metaphysische Panzerung, hartes Material plus Heilige Schrift.
Aus diesen Sätzen machte Heinrich Schütz eine berühmte Begräbnismesse. Das gab es unter Protestanten noch nicht. Er baute eine Prozession ein und einen Ferne-Chor. Es wurde das erste evangelische Requiem. Leider fand es keine Nachfolger, wurde aber eines der berühmtesten Chorstücke, das an vielen Orten, so auch in Gera, jährlich im November aufgeführt wird.
Kantor Martin Hesse (Gera) erklärt uns in der Akademie am Vormittag diese Messe Stück für Stück mit vielen Bildern und Musikbeispielen. Er hat das Werk oft aufgeführt, kennt jeden Winkel dieser Musik, und in seiner einladenden und begeisternden Art wird er sie uns nahe bringen. Selbst den Ferne-Chor.
Wann? Mittwoch, 21. Januar, 10 Uhr
Wo? Gera, Heinrich-Laber-Str. 4, Mehrzwecksaal, Joliot Curie Haus